S t e v e S A B E L L A
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2006 Ongoing Conceptual Project |
Particiaption from: A Palestinian Woman from Germany. Oct 30 2007 Als Kind ist es schwer Zusammenhänge zu entwickeln und wenn man es tat, dann waren sie in der Regel sehr Realitätsverzerrt. Meine Kindheit fand in einer zwei Zimmerwohnung in einem Berliner Kiezviertel statt, in der wir bis zur unsrer Einbürgerung zu siebt wohnten. Obwohl alle meine Geschwister in Berlin geboren waren, stand es für meine Eltern immer fest, zurückzukehren. Auch ich bin in diesem Bewusstsein aufgewachsen, an dem Ort zurückzukehren, an dem selbst meine Eltern noch nie gewesen waren. Ich sage bewusst zurückkehren, da dieser Ort für mich immer gegenwärtig und präsent war, als seien wir von DA nach Berlin gezogen, als hätten wir ihn nie verlassen. Dieser Ort war für mich 90x60 cm groß und hing in unsrem Wohnzimmer und portraitierte die Stadtmauer von Jerusalem und die al-Aqsa Moschee. Die Platzierung dieses Bildes über unsrem Fernseher, war mit großer Sicherheit ein sehr strategischer Platz, da der Fernseher eigentlich das Zentrum unsrer sehr kleinen Wohnung und unsres Familienlebens darstellte und wir fast gezwungen waren immer herauf zu schauen und es in Kenntnis zu nehmen. Es hing da, als glorreicher Ort, ein Ziel, nach dem wir streben müssen und das uns immer daran erinnern sollte, wie dieser Ort an dem wir eines Tages zurückkehren würden eigentlich aussieht. Es hing da, ohne älter geschweige denn jünger zu werden, ohne zu mir zu sprechen. Der Ort der nicht nur räumlich, sondern auch mental ein Zentrum unsres Familienlebens darstellte, schwieg. Was für mich unverständlich gewesen war, deshalb fing ich an dieses Bild in meiner Gedankenwelt zu erwecken. Ich verband meine Phantasie, meine Träume und Wünsche in diesem Bild. Wenn ich davon träumte, eines Tages Ärztin zu werden um den palästinensischen Kindern zu helfen, so geschah es innerhalb dieser 90x60 cm. Ich träumte mich dorthin und bedeckte Jerusalem mal in Schnee, in Regen und Gras. Ich war sogar fest der Überzeugung dass es in Jerusalem ein Meer gäbe, in dem ich tauchen und nach Muscheln suchen könnte. Wenn mich jemand fragte woher ich ursprünglich stamme, so antwortete ich, ohne mit der Wimper zu zucken, Palästina und assoziierte zugleich das Bild welches über unsrem Fernseher hing. Somit portraitierte dieses Bild in meiner kindlichen Gedankenwelt nicht nur Jerusalem, als Stadt, sondern war (unbewusst) mein Symbol für Palästina, meiner Heimat. Obwohl ich noch nie da gewesen bin, verbinde ich so vieles mit Jerusalem. Aber vor allem lässt mir der Gedanke an Jerusalem meine unvergessliche Kindheit gegenwärtig werden. |